Was ist trans‑Resveratrol? Unterschiede, Vorkommen und Formen erklärt
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Zuletzt fachlich aktualisiert: 1. September 2026 · Lesezeit: etwa 12 Minuten
Wer sich mit Resveratrol beschäftigt, stößt schnell auf unterschiedliche Begriffe: Resveratrol, trans‑Resveratrol, cis‑Resveratrol, Pflanzenextrakt und liposomale Formulierung. Diese Angaben beschreiben nicht immer dasselbe.
Für einen sinnvollen Vergleich ist deshalb entscheidend, welche Form tatsächlich enthalten ist und welche Menge davon die empfohlene Tagesportion liefert.
Die kurze Antwort: Resveratrol ist ein pflanzlicher Stoff aus der Gruppe der Polyphenole. Pflanzen bilden ihn unter anderem als Reaktion auf Belastungen. Das Molekül kann in einer cis- und einer trans-Form vorliegen. Trans‑Resveratrol ist deshalb kein vollständig anderer Stoff, sondern eine geometrische Form desselben Moleküls. Bei Nahrungsergänzungsmitteln sollte klar angegeben sein, wie viel trans‑Resveratrol die Tagesportion tatsächlich liefert.
Inhaltsverzeichnis
- Was ist Resveratrol?
- Was ist trans‑Resveratrol?
- Was ist der Unterschied zwischen cis- und trans‑Resveratrol?
- Wo kommt Resveratrol natürlich vor?
- Warum wird japanischer Staudenknöterich verwendet?
- Was bedeutet fermentiertes trans‑Resveratrol?
- Was bedeutet liposomales trans‑Resveratrol?
- Worauf sollte man bei einem Produkt achten?
- Wie ist das Nutrise-Produkt zusammengesetzt?
- Einnahme und Sicherheit
- Häufige Fragen
Was ist Resveratrol?
Resveratrol gehört zu den Polyphenolen und dort zur Gruppe der Stilbene. Es wird als Phytoalexin bezeichnet. Damit sind Stoffe gemeint, die Pflanzen im Zusammenhang mit Belastungen wie Verletzungen, UV-Licht oder dem Kontakt mit bestimmten Krankheitserregern bilden können.
Bei Weinreben wurde die Bildung von Resveratrol als Reaktion auf Infektion oder Verletzung bereits früh wissenschaftlich beschrieben. Diese Funktion innerhalb einer Pflanze darf jedoch nicht mit einer garantierten Wirkung beim Menschen gleichgesetzt werden. Pflanzenstoffkunde und ernährungsbezogene Aussagen sind zwei unterschiedliche Ebenen. [3]
In Pflanzen kann Resveratrol frei oder an ein Zuckermolekül gebunden vorkommen. Zu den bekannten gebundenen Formen gehört Piceid, das auch als Polydatin bezeichnet wird. Deshalb kann ein Pflanzenextrakt neben freiem Resveratrol weitere Resveratrolverbindungen enthalten.
Was ist trans‑Resveratrol?
Resveratrol besitzt eine Kohlenstoff-Doppelbindung. An dieser Doppelbindung können die beiden Teile des Moleküls räumlich unterschiedlich angeordnet sein. Daraus entstehen zwei geometrische Formen, cis‑Resveratrol und trans‑Resveratrol.
Bei der trans-Form liegen die größeren Molekülteile vereinfacht dargestellt auf gegenüberliegenden Seiten der Doppelbindung. Bei der cis-Form befinden sie sich auf derselben Seite. Die chemische Summenformel bleibt gleich, die räumliche Anordnung ist jedoch unterschiedlich. In der chemischen Benennung entspricht trans der E-Form und cis der Z-Form. [1] [2]
Trans‑Resveratrol ist somit kein vollständig anderer Stoff als Resveratrol. Es ist eine konkret bezeichnete Form des Resveratrolmoleküls. Auf Produktetiketten ist diese Präzisierung wichtig: Die Angabe „Resveratrol“ kann allgemein bleiben, während „trans‑Resveratrol“ eine bestimmte Molekülform bezeichnet.
Wichtig für den Vergleich: Die Extraktmenge, die Menge einer liposomalen Formulierung und die darin tatsächlich enthaltene Menge trans‑Resveratrol können drei unterschiedliche Angaben sein.
Was ist der Unterschied zwischen cis- und trans‑Resveratrol?
| Merkmal | cis‑Resveratrol | trans‑Resveratrol |
|---|---|---|
| Molekülform | Die größeren Molekülteile liegen auf derselben Seite der Doppelbindung. Chemisch wird dies als Z-Form bezeichnet. | Die größeren Molekülteile liegen auf gegenüberliegenden Seiten der Doppelbindung. Chemisch wird dies als E-Form bezeichnet. |
| Stabilität | In der untersuchten Stabilitätsarbeit war die cis-Form besonders lichtempfindlich und nur unter begrenzten Bedingungen stabil. | Die trans-Form war bei Lichtschutz unter vielen untersuchten Bedingungen stabiler. UV-Licht kann jedoch eine Umwandlung in die cis-Form auslösen. |
| Natürliches Vorkommen | Kann in Pflanzen und verarbeiteten Lebensmitteln vorkommen oder durch Isomerisierung entstehen. Vorkommen und Mengen sind stark vom untersuchten Material abhängig. | Wird in Weintrauben, Erdnüssen, Beeren und weiteren Pflanzen nachgewiesen, frei oder in gebundener Form. |
| Verwendung in Nahrungsergänzungsmitteln | Wird deutlich seltener als eigene Zielmenge ausgewiesen. | Wird häufig als konkret standardisierte beziehungsweise deklarierte Resveratrolform eingesetzt. |
| Bedeutung für die Deklaration | Eine allgemeine Resveratrolangabe lässt den konkreten cis-Anteil häufig offen. | Eine Mengenangabe zu trans‑Resveratrol ermöglicht einen präziseren Produktvergleich. |
Die Stabilitätsunterschiede sind keine Aussage über eine gesundheitliche Überlegenheit. Sie zeigen vor allem, warum Lichtschutz, Lagerung und eine genaue analytische Bestimmung für Rohstoffe und Fertigprodukte wichtig sind. [4]
Wo kommt Resveratrol natürlich vor?
Resveratrol wurde in unterschiedlichen Pflanzen und Lebensmitteln nachgewiesen. Die Werte können selbst innerhalb derselben Lebensmittelgruppe erheblich schwanken. Einfluss haben unter anderem Pflanzenart, Sorte, Wachstumsbedingungen, Belastungen der Pflanze, Reifegrad, Verarbeitung, Lagerung und Untersuchungsmethode.
Zu den bekannten natürlichen Quellen gehören:
- die Schalen roter beziehungsweise dunkler Weintrauben,
- bestimmte Beeren, darunter Maulbeeren und einzelne Arten aus der Gattung Vaccinium,
- Erdnüsse und Erdnussprodukte,
- der japanische Staudenknöterich,
- Rotwein als verarbeitetes Traubenprodukt.
Untersuchungen zeigen außerdem, dass nicht nur freies cis- und trans‑Resveratrol vorkommen kann. Pflanzen und Lebensmittel können auch gebundene Formen wie cis- oder trans-Piceid enthalten. Bei Weintrauben wurden deutliche Unterschiede zwischen Sorten, Pflanzenteilen und Erntebedingungen beobachtet. [5] [6]
Rotwein wird häufig als Resveratrolquelle genannt. Er ist jedoch keine sinnvolle Strategie für eine gezielte Resveratrolzufuhr. Die Gehalte schwanken stark, ein allgemeiner täglicher Resveratrolbedarf ist nicht festgelegt und Rotwein enthält Alkohol.
Warum wird japanischer Staudenknöterich als Resveratrolquelle verwendet?
Der japanische Staudenknöterich trägt heute den akzeptierten botanischen Namen Reynoutria japonica. In Rohstoffunterlagen und wissenschaftlichen Veröffentlichungen finden sich weiterhin die Synonyme Fallopia japonica und Polygonum cuspidatum. Gemeint ist dieselbe Pflanzenart. [7]
Für Resveratrolextrakte werden vor allem die unterirdischen Pflanzenteile, insbesondere Wurzel und Rhizom, genutzt. In einer Untersuchung der Wurzeln von Polygonum cuspidatum wurden freies Resveratrol und mehrere Resveratrol-Glykoside identifiziert, darunter Resveratrolosid und Polydatin. [8]
Der Staudenknöterich ist deshalb eine geeignete botanische Rohstoffquelle für standardisierte Extrakte. Die Bezeichnung der Pflanze allein sagt jedoch noch nicht, wie viel trans‑Resveratrol ein fertiger Rohstoff liefert.
Drei Angaben auseinanderhalten:
- Pflanzenextrakt: das vollständige gewonnene Extrakt mit verschiedenen Bestandteilen,
- Gesamt-Resveratrol: die Summe der nach der jeweiligen Methode erfassten Resveratrolformen,
- trans‑Resveratrol: die konkret bestimmte trans-Form.
Eine traditionelle Verwendung der Pflanze ist kein Wirksamkeitsnachweis für einen modernen Extrakt oder ein bestimmtes Nahrungsergänzungsmittel. Für die Produktbewertung zählen die tatsächliche Standardisierung, die Deklaration und geeignete Analysen.
Was bedeutet fermentiertes trans‑Resveratrol?
Trans‑Resveratrol kann aus Pflanzen extrahiert, chemisch synthetisiert oder biotechnologisch hergestellt werden. Bei der fermentativen Herstellung bilden Mikroorganismen den Stoff mithilfe ihrer Enzymsysteme aus definierten Ausgangsverbindungen. Forschungsarbeiten zeigen, dass Resveratrol auf diesem Weg unter kontrollierten Bedingungen beispielsweise mit Hefen oder Bakterien hergestellt werden kann. [12] [13]
Der praktische Vorteil liegt vor allem in der kontrollierbaren Herstellung. Eine Fermentation ist weniger von Erntezeit, Herkunft, verwendetem Pflanzenteil und der natürlichen Zusammensetzung eines Pflanzenextrakts abhängig. Prozessparameter lassen sich festlegen und der gewonnene Rohstoff kann gezielt auf seine Identität, Reinheit und seinen trans‑Resveratrol-Gehalt geprüft werden.
Die europäische Spezifikation für zugelassenes trans‑Resveratrol aus mikrobieller Quelle verlangt einen Gehalt von mindestens 98 Prozent trans‑Resveratrol, bezogen auf die Trockenmasse. Das ist ein klar definierter Reinheitsstandard für diese Rohstoffkategorie. Welche Werte der konkret eingesetzte Nutrise-Rohstoff erreicht, wird anhand seiner eigenen Spezifikation und Qualitätsprüfung beurteilt. [14]
Vorteile des fermentativen Herstellungswegs:
- kontrollierte und gut reproduzierbare Produktionsbedingungen,
- geringere Abhängigkeit von Ernte und natürlichen Rohstoffschwankungen,
- gezielte Herstellung statt Gewinnung einer wechselnden pflanzlichen Stoffmischung,
- hohe, klar definierte Reinheit der mikrobiellen Rohstoffkategorie,
- präzise Standardisierung und Prüfung des tatsächlichen trans‑Resveratrol-Gehalts.
Ein Pflanzenextrakt aus japanischem Staudenknöterich enthält natürlicherweise nicht nur trans‑Resveratrol. In Wurzel und Rhizom wurden unter anderem Polydatin sowie verschiedene Anthrachinone wie Emodin beschrieben. Fermentativ hergestelltes trans‑Resveratrol ist dagegen kein solcher Pflanzenextrakt. Dadurch wird gezielt die definierte Verbindung hergestellt und nicht die typische Begleitstoffmatrix der Staudenknöterichwurzel mitextrahiert. Ob einzelne Begleitstoffe im konkreten Rohstoff analytisch nicht nachweisbar sind, muss die jeweilige Spezifikation bestätigen. [8] [15]
Da keine Staudenknöterichwurzel als Resveratrolquelle extrahiert wird, entfällt außerdem dieser pflanzenspezifische Eintragspfad für Rückstände aus Anbau, Standort und Boden. Das ist besonders für die Rohstoffkontrolle relevant, weil Untersuchungen zeigen, dass der Staudenknöterich je nach Boden metallische Spurenelemente aufnehmen kann. Daraus folgt jedoch nicht automatisch die pauschale Aussage „pestizidfrei“ oder „schwermetallfrei“. Solche Aussagen müssen immer durch die Prüfung des konkreten Rohstoffs belegt werden. [16]
„Fermentiert“ beschreibt den Herstellungsweg. Der Begriff bedeutet nicht, dass die Kapseln wie ein fermentiertes Lebensmittel wirken oder eine probiotische Eigenschaft besitzen. Aus der Fermentation allein lässt sich auch keine höhere Aufnahme im Körper ableiten. Fermentiertes und pflanzlich gewonnenes trans‑Resveratrol sind bei gleicher chemischer Identität dasselbe Molekül. Für Unterschiede in der Verfügbarkeit sind vielmehr die Reinheit, die Dosierung und die fertige Formulierung zu betrachten.
Nutrise verwendet fermentativ hergestelltes trans‑Resveratrol. Der eingesetzte Rohstoff ist daher kein japanischer Staudenknöterich-Extrakt. Trans‑Resveratrol aus mikrobieller Herstellung ist in der Unionsliste zugelassener neuartiger Lebensmittel ausdrücklich erfasst. Die Zulassung betrifft definierte Spezifikationen und ist kein Wirkungsnachweis. [14]
Was bedeutet liposomales trans‑Resveratrol?
Bei einer liposomalen Formulierung wird trans‑Resveratrol mit Phospholipiden verarbeitet. Phospholipide besitzen einen wasserliebenden und einen fettliebenden Bereich. Unter geeigneten Herstellungsbedingungen können sie sich zu geordneten Doppelschichten und vesikelförmigen Strukturen zusammenlagern.
Trans‑Resveratrol, eingebettet in Phospholipidstrukturen aus Sonnenblumen, für eine moderne und besonders verfügbare Darreichungsform.
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Diese Formulierung beschreibt die technologische Einbettung. Sie bedeutet nicht, dass intakte Liposomen nach der Einnahme nachweislich unverändert durch die Darmwand gelangen oder direkt von menschlichen Zellen aufgenommen werden. Auch eine pauschale, für jedes Produkt geltende Steigerung der Bioverfügbarkeit lässt sich daraus nicht ableiten.
Für die Beurteilung sind die vollständige Rezeptur, das Herstellungsverfahren und geeignete Qualitätsanalysen entscheidend. Dazu gehören bei Nutrise insbesondere die chargenbezogene Untersuchung der Liposomengröße und des Verkapselungsgrades.
Den technischen Aufbau erklären wir ausführlicher im Beitrag Was bedeutet liposomal?. Mehr über die eingesetzten Lipide findest du unter Lecithin und Phospholipide für Zellmembranen.
Worauf sollte man bei einem trans‑Resveratrol-Produkt achten?
Eine große Zahl auf der Vorderseite reicht für einen fundierten Vergleich nicht aus. Entscheidend ist, was genau diese Zahl bezeichnet und wie transparent das Produkt insgesamt deklariert ist.
Checkliste für trans‑Resveratrol-Produkte
- Ist die tatsächliche Menge trans‑Resveratrol je Tagesportion angegeben?
- Werden Extraktmenge, liposomale Formulierung und enthaltenes trans‑Resveratrol klar getrennt?
- Ist erkennbar, ob das trans‑Resveratrol aus einem Pflanzenextrakt stammt oder fermentativ hergestellt wurde?
- Ist die vollständige Zutatenliste leicht verständlich?
- Woher stammen die verwendeten Phospholipide?
- Wird Sonnenblumenlecithin oder Sojalecithin verwendet?
- Welche Füllstoffe und weiteren Hilfsstoffe sind enthalten?
- Besteht die Kapselhülle aus HPMC oder einem anderen Material?
- Werden unabhängige Laboranalysen durchgeführt?
- Werden Liposomengröße und Verkapselungsgrad chargenbezogen geprüft?
- Schützt die Verpackung den Inhalt vor Licht und werden klare Lagerhinweise gegeben?
Sonnenblumen- und Sojalecithin können beide Phospholipide liefern. Die genaue Herkunft ist dennoch wichtig für Menschen, die Soja meiden möchten. Ebenso sollte ein Füllstoff nicht verschwiegen, sondern mit seiner technologischen Funktion genannt werden.
Weitere allgemeine Auswahlkriterien erklären wir im Beitrag Hochwertige Nahrungsergänzungsmittel erkennen: 7 Merkmale.
Wie ist das liposomale trans‑Resveratrol von Nutrise zusammengesetzt?
Die Nutrise-Deklaration trennt die Gesamtmenge der liposomalen Formulierung von der enthaltenen trans‑Resveratrol-Menge. Eine Tagesportion entspricht einer Kapsel.
| Produktname | Liposomales trans‑Resveratrol |
| Tagesportion | 1 Kapsel |
| Liposomale Formulierung | 300 mg liposomales trans‑Resveratrol je Tagesportion |
| Davon trans‑Resveratrol | 150 mg je Tagesportion |
| Herstellungsweg | Fermentativ hergestelltes trans‑Resveratrol |
| Phospholipidquelle | Sonnenblumenlecithin, sojafrei |
| Kapselhülle | Vegane HPMC-Kapsel |
| Verpackung | Braunglasflasche |
Gummi arabicum, auch Akazienfaser genannt, wird als pflanzlicher Füllstoff verwendet. Es gehört zur vollständigen Rezeptur und wird nicht als wirksamer Bestandteil des Produktes dargestellt. Mehr über Herkunft und technologische Verwendung erfährst du im Beitrag Akazienfaser erklärt.
Das Produkt wird mehrstufig laborgeprüft. Liposomengröße und Verkapselungsgrad werden chargenbezogen kontrolliert. Die Braunglasflasche unterstützt den Lichtschutz, was bei einer lichtempfindlichen Verbindung wie trans‑Resveratrol ein nachvollziehbarer Bestandteil des Verpackungskonzeptes ist.
Einnahme und Sicherheit
Für Resveratrol gibt es keine allgemeingültige optimale Tagesdosis und keinen gesetzlichen Nährstoffbezugswert wie bei Vitaminen oder Mineralstoffen. Maßgeblich ist die Verzehrempfehlung des konkreten Produktes.
Die EFSA bewertete 2016 einen genau beschriebenen synthetischen trans‑Resveratrol-Rohstoff mit einer Reinheit von mindestens 99 Prozent. Für diesen geprüften neuartigen Lebensmittelrohstoff kam das Gremium zu dem Ergebnis, dass die vorgesehene Aufnahme von 150 mg täglich für Erwachsene unter den beantragten Verwendungsbedingungen keine Sicherheitsbedenken auslöst. Die EFSA wies zugleich auf mögliche Wechselwirkungen mit bestimmten Arzneimitteln hin. Diese Bewertung betrifft den geprüften Rohstoff und ist kein Wirksamkeitsnachweis für andere Resveratrolrohstoffe oder das Nutrise-Endprodukt. [9]
Die EU-Verwendungsbedingungen für das entsprechend zugelassene neuartige trans‑Resveratrol sehen außerdem einen Hinweis vor, dass Personen, die Arzneimittel verwenden, das Produkt nur unter ärztlicher Aufsicht verzehren sollen. [10] [11]
Hinweise zum Nutrise-Produkt:
- Die empfohlene Tagesportion beträgt eine Kapsel mit ausreichend Flüssigkeit.
- Das Produkt ist nicht für Kinder und Jugendliche geeignet.
- Während Schwangerschaft und Stillzeit sollte es nicht verwendet werden.
- Bei Medikamenteneinnahme oder bestehender ärztlicher Behandlung sollte vor dem Verzehr fachlicher Rat eingeholt werden.
- Die empfohlene tägliche Verzehrmenge darf nicht überschritten werden.
Diese Hinweise ersetzen keine individuelle medizinische Beratung.
Häufige Fragen zu trans‑Resveratrol
Ist Resveratrol dasselbe wie trans‑Resveratrol?
Resveratrol ist der übergeordnete Name der Verbindung. Das Molekül kann als cis- oder trans-Form vorliegen. Trans‑Resveratrol bezeichnet die räumlich konkret definierte trans- beziehungsweise E-Form. Die Begriffe sind deshalb eng verbunden, aber eine allgemeine Resveratrolangabe ist weniger präzise.
Was ist der Unterschied zwischen cis- und trans‑Resveratrol?
Der Unterschied liegt in der räumlichen Anordnung an der Doppelbindung des Moleküls. Bei cis‑Resveratrol liegen die größeren Molekülteile auf derselben Seite, bei trans‑Resveratrol auf gegenüberliegenden Seiten. Dadurch unterscheiden sich unter anderem ihre physikalischen Eigenschaften und ihre Stabilität.
Wo kommt trans‑Resveratrol natürlich vor?
Trans‑Resveratrol wurde unter anderem in den Schalen dunkler Weintrauben, in Erdnüssen, bestimmten Beeren und im japanischen Staudenknöterich nachgewiesen. Es kann frei oder als gebundene Form vorkommen. Die Mengen schwanken je nach Pflanze, Sorte, Verarbeitung und Messmethode.
Enthält Rotwein ausreichend Resveratrol?
Für Resveratrol gibt es keinen festgelegten täglichen Bedarf, an dem sich „ausreichend“ messen ließe. Rotwein kann Resveratrol enthalten, die Gehalte schwanken jedoch stark. Wegen des enthaltenen Alkohols ist Rotwein keine sinnvolle Quelle für eine gezielte Resveratrolzufuhr.
Was bedeutet liposomales trans‑Resveratrol?
Bei einer liposomalen Formulierung wird trans‑Resveratrol mit Phospholipiden verarbeitet und in Phospholipidstrukturen eingebettet. Der Begriff beschreibt eine Formulierungstechnologie. Er beweist für sich genommen weder eine bestimmte Aufnahme im Körper noch eine gesundheitliche Wirkung.
Was bedeutet fermentiertes trans‑Resveratrol?
Fermentiertes trans‑Resveratrol wird biotechnologisch mithilfe von Mikroorganismen und ihren Enzymsystemen hergestellt. Das ermöglicht kontrollierte Produktionsbedingungen, eine hohe definierte Reinheit und eine präzise Standardisierung. Anders als bei einem Staudenknöterich-Extrakt wird keine wechselnde pflanzliche Begleitstoffmatrix mitextrahiert. „Fermentiert“ bezeichnet den Herstellungsweg, nicht eine probiotische Wirkung oder automatisch eine höhere Aufnahme.
Worauf sollte man bei der Deklaration achten?
Besonders wichtig ist die tatsächlich ausgewiesene Menge trans‑Resveratrol je Tagesportion. Extraktmenge, Menge der liposomalen Formulierung und enthaltenes trans‑Resveratrol sollten getrennt erkennbar sein. Ebenso relevant sind die vollständige Zutatenliste, die Phospholipidquelle, Füllstoffe, Kapselhülle, Verpackung und nachvollziehbare Qualitätsprüfungen.
Gibt es eine allgemein empfohlene Tagesdosis?
Nein. Für Resveratrol existiert keine allgemeingültige Tagesempfehlung und kein Nährstoffbezugswert. Die Verzehrempfehlung des jeweiligen Produktes ist einzuhalten. Wer Arzneimittel einnimmt oder ärztlich behandelt wird, sollte die Einnahme vorher fachlich abklären.
Fazit: Die genaue Form und Menge entscheiden
Trans‑Resveratrol ist eine bestimmte geometrische Form des Resveratrolmoleküls. Es handelt sich nicht um einen völlig anderen Stoff, die konkrete Bezeichnung ermöglicht jedoch eine präzisere Deklaration.
Für einen Produktvergleich sollte nicht nur auf eine große Resveratrolzahl geachtet werden. Entscheidend ist, wie viel trans‑Resveratrol die Tagesportion tatsächlich enthält und ob Extrakt, liposomale Formulierung und Zielmenge klar voneinander getrennt werden.
Eine liposomale Formulierung beschreibt die Einbettung in Phospholipidstrukturen. Die Qualität eines Produktes sollte anhand der vollständigen Rezeptur, der Verpackung, der Lagerhinweise und nachvollziehbarer Analysen beurteilt werden.
Fermentativ hergestelltes trans‑Resveratrol bietet einen kontrollierten und gut reproduzierbaren Herstellungsweg. Es ermöglicht eine hohe definierte Reinheit und ist nicht von der wechselnden Begleitstoffmatrix oder den natürlichen Schwankungen eines Staudenknöterich-Extrakts abhängig. Eine höhere Aufnahme im Körper lässt sich aus dem Herstellungsweg allein jedoch nicht ableiten.
Quellen und weiterführende Informationen
- PubChem: Resveratrol, CID 445154
- PubChem: Cis-Resveratrol, CID 1548910
- Langcake P, Pryce RJ: The production of resveratrol by Vitis vinifera and other members of the Vitaceae as a response to infection or injury
- Trela BC, Waterhouse AL: Resveratrol: Isomeric Molar Absorptivities and Stability
- Burns J et al.: Plant Foods and Herbal Sources of Resveratrol
- Wang L et al.: Resveratrols in Vitis Berry Skins and Leaves
- Royal Botanic Gardens, Kew: Reynoutria japonica und botanische Synonyme
- Kirino A et al.: Analysis and Functionality of Major Polyphenolic Components of Polygonum cuspidatum
- EFSA: Safety of synthetic trans-resveratrol as a novel food
- Durchführungsbeschluss (EU) 2016/1190 zu trans‑Resveratrol
- Durchführungsverordnung (EU) 2021/51 zu den Verwendungsbedingungen von trans‑Resveratrol
- Beekwilder J et al.: Production of Resveratrol in Recombinant Microorganisms
- Sydor T et al.: Considerable Increase in Resveratrol Production by Recombinant Industrial Yeast Strains
- Durchführungsverordnung (EU) 2022/672 zu trans‑Resveratrol aus mikrobieller Quelle
- Liu S et al.: Inhaltsstoffspektrum von Reynoutria japonica, darunter Resveratrol, Polydatin und Anthrachinone
- Lerch S et al.: Accumulation of metallic trace elements in Reynoutria japonica
Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine medizinische Beratung. Nahrungsergänzungsmittel sind kein Ersatz für eine ausgewogene, abwechslungsreiche Ernährung und eine gesunde Lebensweise.
Über den Autor
Michael Wuhlert, Gründer und Geschäftsführer von Nutrise Health
Michael beschäftigt sich seit über 20 Jahren intensiv mit Nahrungsergänzung, Formulierungen und Qualitätsstandards. Mit Nutrise verfolgt er das Ziel, moderne Nahrungsergänzung verständlich, transparent und chargenbezogen nachvollziehbar zu machen.
Zuletzt fachlich aktualisiert: 1. September 2026