Quercetin-Pulver mit Apfel, Kapern, dunklen Beeren und Teeblättern als natürliche Quercetin-Quellen

Was ist Quercetin? Vorkommen, Formen und Besonderheiten erklärt

Zuletzt fachlich aktualisiert: 10. September 2026 · Lesezeit: etwa 7 Minuten

Quercetin kommt in zahlreichen pflanzlichen Lebensmitteln vor. Besonders bekannt sind Zwiebeln und Äpfel, doch auch Kapern, Beeren, Grünkohl und Tee enthalten unterschiedliche Quercetin-Verbindungen.

Auf Nahrungsergänzungsmitteln steht häufig nur „Quercetin“. Dahinter können jedoch verschiedene chemische Formen, Rohstoffquellen und Herstellungsverfahren stehen. Dieser Beitrag erklärt, was Quercetin ist, wo es natürlich vorkommt und was Begriffe wie Quercetin-Glykosid, Rutin, fermentiertes Quercetin und liposomales Quercetin bedeuten.

Die kurze Antwort: Quercetin ist ein sekundärer Pflanzenstoff aus der Gruppe der Flavonole. In Lebensmitteln liegt es überwiegend an Zuckermoleküle gebunden vor. Bei Nahrungsergänzungsmitteln können sich die eingesetzte Quercetin-Form, der Herstellungsweg und die übrige Rezeptur unterscheiden.

Inhaltsverzeichnis

  1. Was ist Quercetin?
  2. Wo ist Quercetin enthalten?
  3. Welche Formen von Quercetin gibt es?
  4. Was bedeutet fermentiertes Quercetin?
  5. Was bedeutet liposomales Quercetin?
  6. Wie ist die Studienlage einzuordnen?
  7. Gibt es eine allgemein empfohlene Dosierung?
  8. Worauf sollte man bei einem Produkt achten?
  9. Häufige Fragen

Was ist Quercetin?

Quercetin gehört zu den Polyphenolen. Innerhalb dieser großen Stoffgruppe wird es den Flavonoiden und dort genauer den Flavonolen zugeordnet.

Flavonole sind natürliche Pflanzenverbindungen. Quercetin besitzt eine gelbliche Farbe und kommt in vielen Pflanzenarten vor. Dort kann es unterschiedliche Funktionen erfüllen und liegt meist nicht als freie Verbindung vor. Häufig ist es an ein oder mehrere Zuckermoleküle gebunden. Dadurch entstehen sogenannte Quercetin-Glykoside.

Wo ist Quercetin enthalten?

Die direkte Antwort: Quercetin ist vor allem in pflanzlichen Lebensmitteln enthalten. Bekannte Quellen sind Kapern, Zwiebeln, Schalotten, Äpfel mit Schale, verschiedene Beeren, rote Weintrauben, Grünkohl, Brokkoli, Kräuter sowie schwarzer und grüner Tee. Die enthaltene Menge und Quercetin-Form unterscheiden sich je nach Lebensmittel und Verarbeitung.

Quercetin ist über pflanzliche Lebensmittel grundsätzlich Bestandteil der Ernährung. Die enthaltene Menge und chemische Form können sich je nach Pflanzenart, Sorte, Anbau, Reifegrad, Pflanzenteil und Verarbeitung unterscheiden.

Zu den bekannten natürlichen Quellen gehören:

  • Zwiebeln und Schalotten
  • Äpfel, insbesondere die Schale
  • Kapern
  • verschiedene Beeren
  • rote Weintrauben
  • Grünkohl und Brokkoli
  • verschiedene Kräuter
  • schwarzer und grüner Tee

Äpfel und Zwiebeln enthalten beispielsweise unterschiedliche Quercetin-Glykoside. In einer kleinen Humanstudie mit 16 gesunden Erwachsenen unterschieden sich nach dem Verzehr von Apfelschalenpulver und Zwiebelpulver die gemessenen Konzentrationsverläufe im Blut. Die Untersuchung zeigt, dass Quercetin nicht unabhängig von seiner chemischen Form und dem jeweiligen Lebensmittel betrachtet werden sollte. Aus einer einzelnen Studie lässt sich jedoch keine allgemeine gesundheitliche Überlegenheit eines Lebensmittels ableiten.

Auch die Zubereitung kann eine Rolle spielen. Werden quercetinreiche Pflanzenteile wie die Apfelschale entfernt, verringert sich entsprechend der darüber aufgenommene Anteil.

Welche Formen von Quercetin gibt es?

Der Begriff Quercetin kann unterschiedliche chemische Formen einschließen. Besonders wichtig ist die Unterscheidung zwischen freiem Quercetin und Quercetin-Glykosiden.

Quercetin-Aglykon

Als Aglykon wird die freie Form des Quercetins bezeichnet. An das Quercetin-Molekül ist in diesem Fall kein Zuckermolekül gebunden. Diese Form wird häufig als isolierter Inhaltsstoff in Nahrungsergänzungsmitteln eingesetzt.

Quercetin-Glykoside

In Pflanzen ist Quercetin meistens an ein oder mehrere Zuckermoleküle gebunden. Je nachdem, welcher Zucker gebunden ist und an welcher Stelle die Verbindung besteht, entstehen unterschiedliche Quercetin-Glykoside.

Zwiebeln enthalten vor allem Quercetin-Glucoside. In Äpfeln kommen mehrere Formen vor, darunter Glucoside, Galactoside, Arabinoside und Rhamnoside. Die jeweilige Bindungsform beeinflusst, wie die Verbindung während der Verdauung verarbeitet wird.

Rutin

Rutin ist nicht einfach ein anderer Name für Quercetin. Es handelt sich um ein Quercetin-Glykosid, bei dem Quercetin an den Zuckerbestandteil Rutinose gebunden ist. Quercetin und Rutin sind daher eng miteinander verwandt, chemisch aber nicht identisch.

Vereinfachter Vergleich von Quercetin-Aglykon, Quercetin-Glykosid und Rutin
Quercetin kann als freie Form oder an Zuckerbestandteile gebunden vorliegen. Die Darstellung zeigt die Unterschiede vereinfacht und ist keine chemische Strukturformel.

Was bedeutet fermentiertes Quercetin?

Quercetin-Rohstoffe können je nach Anbieter über unterschiedliche Herstellungswege gewonnen werden. Die Angabe „fermentiert“ beschreibt eine Spezifikation des verwendeten Rohstoffs und bezieht sich auf dessen biotechnologischen Herstellungsprozess.

Sie bedeutet nicht, dass die fertigen Kapseln lebende Mikroorganismen enthalten, probiotisch sind oder allein aufgrund des Herstellungswegs eine bestimmte gesundheitliche Wirkung besitzen.

Nutrise verwendet einen als fermentiert spezifizierten Quercetin-Rohstoff. Wenn du die konkrete Rezeptur mit Tagesportion, Zutaten und Prüfungen ansehen möchtest, findest du hier das liposomale Quercetin von Nutrise mit 200 mg Quercetin je Tagesportion.

Was bedeutet liposomales Quercetin?

Bei einer liposomalen Formulierung wird Quercetin mit Phospholipiden kombiniert. Phospholipide besitzen einen wasserliebenden und einen fettliebenden Bereich. Unter geeigneten Herstellungsbedingungen können sie geordnete Strukturen bilden.

Wie sich dieser Aufbau von einem Phospholipidkomplex unterscheidet, erläutern wir im Vergleich Quercetin-Phytosomen und liposomales Quercetin.

Liposomen basieren auf solchen Phospholipid-Strukturen. Ihr grundlegendes Bauprinzip ähnelt dem einer Zellmembran, weil beide auf einer Phospholipid-Doppelschicht beruhen.

Für die Nutrise-Formulierung werden Phospholipide aus Sonnenblumen verwendet. Hinzu kommen eine pflanzliche Kapselhülle und Akazienfaser als Füllstoff. Mehr über deren technische Aufgabe erfährst du im Beitrag Akazienfaser erklärt: Herkunft, Eigenschaften und Verwendung.

„Liposomal“ beschreibt zunächst die Formulierung. Der Begriff allein belegt keine bestimmte gesundheitliche Wirkung. Für die Beurteilung eines liposomalen Produktes sind unter anderem Rezeptur, Herstellung und geeignete Qualitätsprüfungen relevant. Eine ausführliche Erklärung findest du in unserem Beitrag Was bedeutet liposomal?.

Wichtig für die Einordnung: Die Begriffe „fermentiert“ und „liposomal“ beschreiben unterschiedliche Aspekte eines Produktes. „Fermentiert“ bezieht sich auf die Herstellungsspezifikation des Quercetin-Rohstoffs. „Liposomal“ beschreibt dessen Formulierung mit Phospholipiden. Aus keinem der beiden Begriffe lässt sich allein eine gesundheitliche Wirkung ableiten.

Wie ist die Studienlage zu Quercetin einzuordnen?

Quercetin wird seit vielen Jahren wissenschaftlich untersucht. Die verfügbare Literatur umfasst Laboruntersuchungen, Tiermodelle und Humanstudien mit unterschiedlichen Quercetin-Formen, Dosierungen, Einnahmezeiträumen und untersuchten Endpunkten.

Ergebnisse aus Zellversuchen oder Tiermodellen lassen sich nicht unmittelbar auf den Menschen übertragen. Auch die Ergebnisse einer Humanstudie gelten zunächst nur für die konkret untersuchte Verbindung, Formulierung, Dosierung, Personengruppe und Studiendauer.

Für Quercetin bestehen derzeit keine zugelassenen gesundheitsbezogenen Angaben in der Europäischen Union. Von der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit geprüfte Aussagen, unter anderem zum Schutz vor oxidativen Schäden und zum Herz-Kreislauf-System, wurden nicht als ausreichend wissenschaftlich belegt bewertet.

Das bedeutet nicht, dass Quercetin wissenschaftlich uninteressant ist. Es bedeutet, dass wissenschaftliche Forschung und rechtlich zugelassene Gesundheitsversprechen voneinander getrennt werden müssen. Aus den genannten Untersuchungen wird deshalb keine gesundheitliche Wirkung des Nutrise-Produktes abgeleitet.

Gibt es eine allgemein empfohlene Quercetin-Dosierung?

Für Quercetin gibt es keine allgemeingültige tägliche Referenzmenge wie bei vielen Vitaminen und Mineralstoffen. Auch ein gesetzlicher Nährstoffbezugswert ist nicht festgelegt.

Praktische Hinweise zu Zeitpunkt, Tagesportion und Mengenangaben findest du unter Quercetin einnehmen: Dosierung und Tagesportion verstehen.

Nahrungsergänzungsmittel enthalten Quercetin in konzentrierter Form. Die auf dem jeweiligen Produkt angegebene Verzehrempfehlung sollte deshalb eingehalten und die empfohlene tägliche Verzehrmenge nicht überschritten werden.

Eine wissenschaftliche Sicherheitsbewertung aus dem Jahr 2018 kommt zu dem Ergebnis, dass für die langfristige Einnahme hoher ergänzender Mengen von mindestens 1.000 mg täglich über mehr als zwölf Wochen keine ausreichenden Daten vorliegen. Außerdem werden mögliche Wechselwirkungen mit bestimmten Arzneimitteln diskutiert.

Wer regelmäßig Medikamente einnimmt, an einer Erkrankung leidet, schwanger ist oder stillt, sollte die Einnahme eines Quercetin-Präparates vorab mit einer Ärztin oder einem Arzt besprechen.

Worauf sollte man bei einem Quercetin-Produkt achten?

Die Angabe „Quercetin“ auf der Vorderseite einer Verpackung reicht für eine fundierte Beurteilung nicht aus. Ein genauer Blick auf Etikett und Produktinformationen liefert mehr Orientierung.

Hilfreich sind insbesondere Angaben zu:

  • der tatsächlichen Quercetin-Menge pro Tagesportion
  • der verwendeten Quercetin-Form
  • dem Herstellungsweg des Rohstoffs
  • der vollständigen Zutatenliste
  • der Herkunft der verwendeten Phospholipide
  • der Zusammensetzung der Kapselhülle
  • verwendeten Füll- und Hilfsstoffen
  • nachvollziehbaren Qualitätsprüfungen

Bei liposomalen Produkten sollte außerdem erkennbar sein, welche Phospholipidquelle verwendet wird. Nutrise setzt auf Phospholipide aus Sonnenblumen und verzichtet auf Soja-Lecithin sowie unnötige Rieselhilfen.

Häufige Fragen zu Quercetin

Ist Quercetin ein Vitamin?

Nein. Quercetin ist kein Vitamin und kein lebensnotwendiger Nährstoff mit einem festgelegten täglichen Referenzwert. Es gehört zu den Flavonolen und damit zu den sekundären Pflanzenstoffen.

Ist Quercetin ein Pflanzenextrakt?

Quercetin ist eine definierte chemische Verbindung, die natürlicherweise in Pflanzen vorkommt. Ein Pflanzenextrakt kann Quercetin enthalten, besteht in der Regel aber aus mehreren verschiedenen Verbindungen. Isoliertes Quercetin und ein quercetinhaltiger Pflanzenextrakt sind deshalb nicht automatisch dasselbe.

Enthalten Äpfel Quercetin?

Ja. Quercetin kommt insbesondere in der Apfelschale vor. Die enthaltenen Mengen und Quercetin-Formen können sich je nach Apfelsorte und weiteren Einflussfaktoren unterscheiden.

Was ist der Unterschied zwischen Quercetin und Rutin?

Rutin ist eine Verbindung aus Quercetin und dem Zuckerbestandteil Rutinose. Es gehört zu den Quercetin-Glykosiden. Quercetin und Rutin sind miteinander verwandt, aber chemisch nicht identisch.

Was bedeutet fermentiertes Quercetin?

Die Bezeichnung bezieht sich auf die Herstellungsspezifikation des Quercetin-Rohstoffs. Sie bedeutet weder, dass das fertige Produkt lebende Mikroorganismen enthält, noch dass daraus eine bestimmte gesundheitliche Wirkung folgt.

Was ist liposomales Quercetin?

Bei liposomalem Quercetin wird Quercetin mit Phospholipiden kombiniert. Diese können unter geeigneten Herstellungsbedingungen geordnete Strukturen bilden. „Liposomal“ bezeichnet die Formulierung und ist für sich genommen kein Gesundheitsversprechen.

Fazit: Entscheidend sind Form, Rezeptur und Transparenz

Quercetin ist ein Flavonol, das in vielen pflanzlichen Lebensmitteln vorkommt. In der Natur liegt es überwiegend in unterschiedlichen Zuckerbindungen vor. Quercetin aus Zwiebeln, Äpfeln, Rutin und isoliertes Quercetin sind deshalb chemisch nicht vollständig gleichzusetzen.

Bei Nahrungsergänzungsmitteln zählen neben der enthaltenen Menge auch die verwendete Form, der Herstellungsweg, die vollständige Rezeptur und nachvollziehbare Qualitätsprüfungen. Die Bezeichnungen „fermentiert“ und „liposomal“ beschreiben dabei Herstellungs- beziehungsweise Formulierungsmerkmale und keine garantierte gesundheitliche Wirkung.

Quellen und weiterführende Informationen

  1. PubChem: Quercetin, CID 5280343
  2. Lee J, Mitchell AE: Pharmacokinetics of quercetin absorption from apples and onions in healthy humans
  3. EFSA: Scientific Opinion on health claims related to quercetin
  4. Europäische Kommission: EU-Register zu einem nicht zugelassenen Health Claim für Quercetin
  5. Andres S. et al.: Safety Aspects of the Use of Quercetin as a Dietary Supplement

Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine medizinische Beratung. Die dargestellten Studienergebnisse beziehen sich auf die jeweils untersuchten Quercetin-Formen, Dosierungen, Personengruppen und Einnahmezeiträume. Sie lassen sich nicht auf beliebige Quercetin-Produkte oder die Nutrise-Formulierung übertragen.

Über den Autor

Michael Wuhlert, Gründer und Geschäftsführer von Nutrise Health

Michael beschäftigt sich seit über 20 Jahren intensiv mit Nahrungsergänzung, Formulierungen und Qualitätsstandards. Mit Nutrise verfolgt er das Ziel, moderne Nahrungsergänzung verständlich, transparent und chargenbezogen nachvollziehbar zu machen.

Zuletzt fachlich aktualisiert: 10. September 2026

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