Magnesiumstearat in Nahrungsergänzungsmitteln: Welche Aufgabe hat es?
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Zuletzt fachlich aktualisiert: · Lesezeit: etwa 4 Minuten
Die kurze Antwort: Magnesiumstearat ist ein Magnesiumsalz von Fettsäuren und wird in Nahrungsergänzungsmitteln vor allem aus technischen Gründen eingesetzt. Es kann die Verarbeitung von Pulver und das Pressen von Tabletten erleichtern. Nutrise verzichtet bewusst darauf. Für die Beurteilung eines Produktes zählen die vollständige Rezeptur und die Funktion jeder Zutat.
Auf einer Zutatenliste kann Magnesiumstearat direkt neben einem Vitamin oder Pflanzenextrakt stehen. Seine Aufgabe ist jedoch eine andere. Wer ein Präparat beurteilen möchte, sollte deshalb zwischen dem gewünschten Inhaltsstoff und technischen Bestandteilen unterscheiden.
Was ist Magnesiumstearat?
Die Bezeichnung steht für Magnesiumsalze von Fettsäuren, insbesondere Stearinsäure. Handelsübliches Material kann auch Salze verwandter Fettsäuren wie Palmitinsäure enthalten. In der europäischen Zusatzstoffsystematik gehören Magnesiumsalze von Speisefettsäuren zur Gruppe E 470b.
Die EFSA hat diese Stoffgruppe zusammen mit weiteren Fettsäuresalzen neu bewertet. Für die berichteten Verwendungen und Einsatzmengen ergab die Bewertung keinen Sicherheitsanlass; eine zahlenmäßig festgelegte akzeptable tägliche Aufnahmemenge wurde nicht für erforderlich gehalten. Das ist eine Bewertung der zugelassenen Verwendung, kein Qualitätsurteil über ein bestimmtes Kapselprodukt. EFSA-Bewertung zu E 470a und E 470b
Welche Aufgabe hat es bei der Herstellung?
Pulver verhalten sich unterschiedlich: Sie können an Oberflächen haften, sich schlecht verteilen oder bei der Verarbeitung ungleichmäßig nachfließen. Geeignete technische Hilfsstoffe helfen, solche Eigenschaften zu steuern. Magnesiumstearat wird beispielsweise als Schmiermittel beim Tablettieren eingesetzt und kann das Anhaften an Werkzeugen verringern.
Die konkrete Aufgabe hängt vom Produkt und Herstellungsverfahren ab. Die Zutat wird nicht automatisch deshalb zugesetzt, weil der Anbieter den Magnesiumgehalt erhöhen möchte. Auch der Begriff „Füllstoff“ beschreibt ihre technische Verwendung nicht in jedem Fall zutreffend.
| Angabe oder Frage | Sachliche Einordnung |
|---|---|
| Magnesiumstearat | Technischer Bestandteil einer Rezeptur. |
| Magnesiumpräparat | Produkt mit gezielt ausgewiesener Magnesiumquelle und Magnesiummenge. |
| Füllstoff | Zutat zur Einstellung eines erforderlichen Volumens oder Gewichts. |
| Ohne Magnesiumstearat | Verzicht auf diese konkrete Zutat, keine Aussage über sämtliche anderen Bestandteile. |

Ist Magnesiumstearat grundsätzlich problematisch?
Eine lange Zutatenbezeichnung ist noch kein Beleg für ein gesundheitliches Problem. Ebenso macht eine zugelassene Zutat eine Rezeptur nicht automatisch sinnvoller. Die beiden Fragen sollten getrennt werden: Ist die vorgesehene Verwendung bewertet, und wird die Zutat für dieses konkrete Produkt benötigt?
Pauschale Aussagen, Magnesiumstearat schädige bei der üblichen Verwendung in Nahrungsergänzungsmitteln die menschliche Darmbarriere, sind durch die hier herangezogene Bewertung nicht belegt. Untersuchungen zur Freisetzung eines einzelnen Arzneimittels lassen sich ebenfalls nicht ohne Weiteres auf alle Kapseln und Inhaltsstoffe übertragen.
Für einen fairen Vergleich lohnt sich deshalb der Blick auf die Gesamtrezeptur. Ein Produkt ohne Magnesiumstearat kann trotzdem andere technische Zutaten enthalten. Entscheidend ist, dass der Anbieter diese vollständig nennt und ihren Zweck erklären kann.
So prüfst du die Zutatenliste
- Suche nach der vollständigen Zutatenliste, nicht nur nach Hinweisen auf der Vorderseite.
- Unterscheide Inhaltsstoff, Formulierungsbestandteile, Kapselhülle und gegebenenfalls Füllstoff.
- Vergleiche die tatsächlich enthaltene Stoffmenge je Tagesportion.
- Prüfe, ob Aussagen wie „ohne Zusätze“ zur vollständigen Rezeptur passen.
Ein anschauliches Beispiel ist eine Kapsel mit einem Pflanzenstoff, Sonnenblumenlecithin, HPMC und Akazienfaser. Sie kann ohne Magnesiumstearat hergestellt sein und enthält trotzdem mehrere funktionell unterschiedliche Bestandteile. Mehr dazu erklären wir im Ratgeber Nahrungsergänzung ohne Zusatzstoffe: Was bedeutet Clean Label?.
Warum Nutrise auf Magnesiumstearat verzichtet
Wir setzen auf klar aufgebaute Rezepturen und verzichten auf Magnesiumstearat. Unser Anspruch ist, nur die Bestandteile einzusetzen, die für das jeweilige Produkt vorgesehen und erforderlich sind, und diese verständlich zu deklarieren.
Beim liposomalen Curcumin von Nutrise besteht die liposomale Basis aus Sonnenblumenlecithin. Hinzu kommen die vegane HPMC-Hülle und Gummi arabicum als pflanzlicher Füllstoff. Eine Kapsel enthält 400 mg liposomalen Kurkumaextrakt, davon 200 mg Curcumin. Der Verzicht auf Magnesiumstearat wird damit durch eine konkrete Zutatenliste nachvollziehbar.
Welche Aufgabe der enthaltene Füllstoff übernimmt, erläutert unser Beitrag über Akazienfaser. Weitere Kriterien für die Produktauswahl findest du unter Hochwertige Nahrungsergänzungsmittel erkennen.
Häufige Fragen
Ist Magnesiumstearat eine sinnvolle Magnesiumquelle?
In den hier beschriebenen Rezepturen hat es eine technische Aufgabe. Für ein Magnesiumpräparat ist die ausdrücklich ausgewiesene Magnesiummenge je Tagesportion maßgeblich.
Ist Magnesiumstearat dasselbe wie Stearinsäure?
Nein. Magnesiumstearat ist ein Salz von Fettsäuren. Stearinsäure bezeichnet eine dieser Fettsäuren selbst.
Sind Produkte ohne Magnesiumstearat automatisch ohne Füllstoff?
Nein. Ein anderer Bestandteil kann als Füllstoff verwendet werden. Die Zutatenliste zeigt, ob und welcher Füllstoff enthalten ist.
Warum verzichtet Nutrise darauf?
Wir haben unsere Rezepturen bewusst ohne Magnesiumstearat aufgebaut. Zusammensetzung und Tagesportion bleiben dabei vollständig angegeben.
Fazit: Funktion und Rezeptur gehören zusammen
Magnesiumstearat erfüllt eine technische Aufgabe. Sein Verzicht ist eine nachvollziehbare Rezepturentscheidung, wenn auch die übrigen Zutaten transparent beschrieben werden. Genau darauf legen wir bei Nutrise Wert.
Quellen und weiterführende Informationen
Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle medizinische Beratung. Nahrungsergänzungsmittel sind kein Ersatz für eine ausgewogene, abwechslungsreiche Ernährung und eine gesunde Lebensweise.