Boswelliasäuren und AKBA: So vergleichst du Weihrauch-Produkte
Share
Zuletzt fachlich aktualisiert: · Lesezeit: etwa 4 Minuten
Die kurze Antwort: Boswelliasäuren sind eine Gruppe von Verbindungen, die im Harz bestimmter Boswellia-Arten vorkommen. AKBA bezeichnet eine einzelne Verbindung innerhalb dieser Gruppe. Die Extraktmenge, der gesamte Boswelliasäuregehalt und die AKBA-Menge sind deshalb nicht gleichzusetzen. Für einen Vergleich brauchst du die Bezugsmenge, die Tagesportion und eine klare Angabe dazu, was tatsächlich bestimmt wurde.
„500 mg Extrakt“, „60 % Boswelliasäuren“ und „AKBA“ können auf derselben Produktseite stehen. Jede dieser Angaben kann sinnvoll sein, sie beschreibt aber etwas anderes. Mit wenigen Prüfschritten lassen sich die Zahlen besser einordnen.
Was sind Boswelliasäuren?
Weihrauch ist ein Harz verschiedener Boswellia-Baumarten. Für Nahrungsergänzungsmittel wird unter anderem Boswellia serrata verwendet. Aus dem Harz lassen sich Extrakte herstellen, deren Zusammensetzung vom Ausgangsmaterial und der Verarbeitung abhängt.
Boswelliasäuren sind charakteristische Bestandteile dieses Harzes. Zu den häufig analytisch betrachteten Verbindungen gehören beispielsweise α- und β-Boswelliasäure, ihre Acetylverbindungen sowie Keto-Boswelliasäuren. Die Bezeichnung steht somit für eine Stoffgruppe und nicht für eine einzige identische Verbindung in jedem Extrakt.
Eine analytische Primärstudie untersuchte mehrere dieser Verbindungen getrennt in Extrakten aus Boswellia serrata und Boswellia sacra. Sie zeigt auch, warum Rohstoffart und Messverfahren beim Vergleich wichtig sind. Mannino et al.: quantitative Bestimmung von Boswelliasäuren
Was bedeutet AKBA?
AKBA ist die Abkürzung für 3-O-Acetyl-11-keto-β-Boswelliasäure. Gemeint ist eine einzelne Boswelliasäure, nicht die gesamte Gruppe. Eine ausgewiesene Gesamtmenge an Boswelliasäuren sagt daher noch nicht, wie viel AKBA darin enthalten ist.
Für eine konkrete AKBA-Angabe braucht es eine entsprechende Spezifikation und quantitative Bestimmung. Aus einem allgemeinen Prozentwert für Boswelliasäuren lässt sich kein fester AKBA-Anteil ableiten. Auch die bloße Nennung der Abkürzung auf der Verpackung ersetzt keine Mengenangabe.
Drei Angaben, drei unterschiedliche Größen
| Angabe | Was sie beschreibt | Was daraus nicht automatisch folgt |
|---|---|---|
| Extraktmenge | Das Gewicht des eingesetzten Pflanzenextrakts. | Die Menge einzelner Boswelliasäuren. |
| Boswelliasäuregehalt | Eine ausgewiesene Gesamtgröße, abhängig von Definition und Messverfahren. | Ein bestimmter AKBA-Gehalt. |
| AKBA-Menge | Die Menge einer konkret benannten Verbindung. | Die vollständige Zusammensetzung des Extrakts. |
| Liposomale Rohstoffmenge | Die Formulierung aus Extrakt und liposomaler Basis. | Dass die gesamte Masse aus Boswelliasäuren besteht. |
Vergleiche deshalb nicht allein die größte Zahl auf der Packung. Eine klar bezeichnete Inhaltsstoffmenge ist aussagekräftiger als eine nicht erklärte Kombination aus Extraktgewicht und Prozentangaben.
Ein einfaches Rechenbeispiel
Fiktives Beispiel: Ein Produkt enthält je Tagesportion 500 mg Extrakt. Der ausdrücklich auf diesen Extrakt bezogene Boswelliasäuregehalt beträgt 60 %. Daraus ergeben sich rechnerisch 500 mg × 0,60 = 300 mg Boswelliasäuren.

Diese Rechnung ist nur möglich, wenn der Prozentwert tatsächlich auf die angegebene Extraktmenge bezogen ist. Sie liefert keine AKBA-Menge. Dafür wäre eine gesonderte Angabe erforderlich. Ebenso wichtig: Prüfe, ob die Zahlen für eine Kapsel oder die gesamte Tagesportion gelten.
Warum die Analysemethode zum Vergleich gehört
Ein unspezifischer Gesamtwert und die getrennte Bestimmung ausgewählter Boswelliasäuren sind methodisch nicht dasselbe. Chromatografische Verfahren können einzelne Verbindungen trennen und bestimmen. Welche Stoffe anschließend zu einem Gesamtwert addiert werden, muss ebenfalls klar sein.
Die genannte Primärstudie verwendet HPLC in Verbindung mit weiteren Detektionsverfahren. Ihre Ergebnisse gelten für die untersuchten Proben und Methoden. Sie sind kein Prüfbericht für ein Nutrise-Produkt. Unterschiedliche Prozentwerte sind deshalb erst dann direkt vergleichbar, wenn Bezugsgröße und analytische Definition zusammenpassen.
- Welche Boswellia-Art und welcher Pflanzenteil werden verwendet?
- Beziehen sich die Milligramm auf Extrakt, Formulierung oder Boswelliasäuren?
- Gilt die Angabe pro Kapsel oder pro Tagesportion?
- Wird ein AKBA-Gehalt tatsächlich beziffert?
- Kann der Anbieter die Grundlage seiner Gehaltsangaben erklären?
Die Nutrise-Deklaration konkret gelesen
Die Tagesportion unseres liposomalen Weihrauchs besteht aus einer Kapsel. Deklariert sind 500 mg liposomaler Boswellia-serrata-Extrakt, davon 315 mg Boswelliasäuren. Die 315 mg sind Bestandteil der Formulierung und werden nicht zu den 500 mg addiert. Ein eigener AKBA-Gehalt wird nicht ausgewiesen.
Nutrise verwendet Sonnenblumenlecithin als liposomale Basis und eine vegane HPMC-Kapselhülle. Die Rezeptur ist sojafrei und enthält keinen zusätzlichen Füllstoff sowie kein Magnesiumstearat. Liposomengröße und Verkapselungsgrad werden chargenbezogen geprüft.
Hier findest du unseren liposomalen Weihrauch-Extrakt. Was die Formulierung mit Phospholipiden bedeutet, erläutern wir unter Was bedeutet liposomal?. Die allgemeineren Qualitätskriterien beschreibt der Ratgeber Hochwertige Nahrungsergänzungsmittel erkennen.
Häufige Fragen
Sind AKBA und Boswelliasäuren dasselbe?
AKBA gehört zu den Boswelliasäuren, bezeichnet aber nur eine einzelne Verbindung innerhalb dieser Gruppe.
Bedeuten 500 mg Weihrauchextrakt auch 500 mg Boswelliasäuren?
Nein. Ein Extrakt enthält mehrere Bestandteile. Maßgeblich ist die gesondert ausgewiesene Boswelliasäuremenge.
Lässt sich AKBA aus einem Gesamtgehalt berechnen?
Nein. Ohne eine zusätzliche, auf die richtige Bezugsmenge bezogene AKBA-Angabe ist diese Rechnung nicht möglich.
Ist ein höherer Prozentwert automatisch besser?
Für einen seriösen Vergleich müssen zuerst Bezugsgröße, Messverfahren und Tagesportion übereinstimmen. Der Prozentwert allein reicht nicht.
Fazit: Die richtige Bezugsgröße macht den Unterschied
Extrakt, Boswelliasäuren und AKBA sind drei getrennte Angaben. Wer Tagesportion und Bezugsmenge prüft, vermeidet falsche Vergleiche. Eine verständliche Deklaration und nachvollziehbare Analytik sind dabei wertvoller als eine einzelne möglichst hohe Zahl.
Quellen und weiterführende Informationen
Beachte die Verzehrempfehlung und Hinweise des Produktes. Nicht für Kinder und Jugendliche geeignet. Während Schwangerschaft und Stillzeit nicht verwenden. Bei Medikamenteneinnahme oder ärztlicher Behandlung vorher fachlichen Rat einholen. Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle medizinische Beratung. Nahrungsergänzungsmittel sind kein Ersatz für eine ausgewogene, abwechslungsreiche Ernährung und eine gesunde Lebensweise.